Pulled Pork aus dem El Fuego Portland

Nachdem nun der Portland bei mir wohnt war klar das Pulled Pork als erster Test kommen musste.

Pulled Pork ist ein Gericht was wohl mit den größten Hype hat. Man könnte hier auch unendlich viel zu schreiben, aber ich versuche mich auf meine Zubereitung und meine Meinung zu begrenzen und mich kurz zu fassen.

In vielen Foren liest man zum Großteil die immer gleichen Fragen zu Pulled Pork. Es geht um die Kerntemperatur, wird es rechtzeitig fertig oder muss ich die Garraumtemperatur doch erhöhen damit es zeitlich passt. Es löst sogar schon Unmut in Foren aus weil viele es leid sind täglich die gleichen Fragen zu lesen. Man meint dass es den größten Angstanteil beim Herstellen hat. Pulled Pork gehört zudem neben Beef Brisket und Spareribs zu der „Heiligen Dreifaltigkeit“ des BBQ. Ich persönlich kann diese fast schon Angst oder eher Ehrfurcht beim herstellen nicht wirklich nachvollziehen. Ich finde es ist mit am einfachsten vorzubereiten und auch das Herstellen ist für den NormaloGriller nicht wirklich ein Hexenwerk. Man muss es einfach machen. Klar mag die Zeit von um die ca. 15 bis auch mal 24 Std. abschrecken, aber was macht man in dieser Zeit? Außer die Garraumtemperatur zu überwachen? Am Anfang schaut man noch ängstlich auf die Plateauphasen und hofft dass es pünktlich fertig wird. Aber man kann es eh nicht ändern. Es dauert nunmal solang wie es dauert. Und da man sich da vorher eh belesen hat plant man eben ein wenig mehr Zeit ein. Ich persönlich hatte wahrscheinlich noch nie das perfekte Pulled Pork. Wobei perfekt ja auch eine Ansichts.- und Geschmackssache ist. Ich hatte daher immer ein für mich leckeres Pulled Pork.

Bei der Zubereitung gibt es viele Varianten. Fleisch aus der Schulter oder dem Nacken, Spritzen oder nicht, Moppen ja oder nein und und und. Ich habe meine Lieblingsmethode und andere ihre. Daher schreibe ich heute mal wie ich meins zum Großteil mache.

Ich nehme ein schönes Stück Nacken ohne Knochen. Am besten um die 3 Kilo.

Wenn dieses Sonntag gegen späten Nachmittag oder Abend auf den Tisch soll dann wird es Freitag vorbereitet. Ich reibe es schön mit Senf ein.

Anschließend würze ich es indem ich eine Würzmischung großzügig aufstreue. Ihr könnt euch dafür eine Magic Dust Mischung nach Wahl machen, einen Fertigrub kaufen oder auch eure eigene Mischung kreieren und nutzen.

Ich habe diesmal den Zauberstaub von Spicebar genutzt. Wenn es von allen Seiten gut mit eurem Gewürz bestreut wurde dann wickelt man es fest in Frischhaltefolie ein und legt es über Nacht zum ziehen in den Kühlschrank.

Ihr solltet es auf einen Teller oder in eine Schale legen. Nicht selten tritt hier etwas Flüssigkeit aus.

Samstag gegen Nachmittag nehme ich das Fleisch dann schon aus dem Kühlschrank. Gegen 20:00 oder 21:00 Uhr heize ich dann den Grill bzw. ja jetzt den Portland auf ca. 100-110 Grad ein. Die Garraumtemperatur überwache ich mit meinem Maverick ET-733. Zudem wird jetzt die Wasserschale im Portland komplett gefüllt. Die originale hält bei dieser Temperatur zwischen 7-8 Stunden. Wer möchte nimmt einen GN-Behälter. Diese fassen mehr und halten eben auch länger. Auf die Schale für das Räuchergut kommen 3-4 händevoll trockene RäucherChunks. Erst kurz vorm Einschieben in den Smoker gebe ich etwas Wasser dazu. Diesmal habe ich die Whisky Chunks von Smokewood genommen.

Wer etwas zum Portland und einem sinnvollen Umbau wissen möchte dem lege ich die Erfahrungen vom Christian (Westwood BBQ) ans Herz.

Hat das genutzte Gerät die Temperatur erreicht dann kommt das Räuchermaterial und das Fleisch hinein. Das Räuchermaterial hält bei mir so um die 1,5- max. 2 Std. Dies ist völlig ausreichend.

Ab jetzt heißt es warten warten warten.

Beim dünnwandigen Portland zeigte sich das Wetter.

Die Temperatur viel die Nacht auf 2 Grad runter. Der Portland dabei ca. alle 30 Min. um 1 Grad. Ich musste daher noch etwas nachregeln. Ich habe diesmal um 20 Uhr angefangen das nachregeln dauerte bis 23 Uhr. Dann aber lief er absolut stabil mit 109 Grad. Ich denke wenn die Temperaturen im Sommer wieder angenehmer sind entfällt diese Anfälligkeit.

Um 04:00 alamierte mich dann das Maverick kurz vor meinem Wecker. 120 Grad im Portland. Sprich das Wasser war alle. Also raus und aufgefüllt. Fertig. Hier empfielt es sich wie beim Befüllen auch auf warmes Wasser zu setzen. Somit muss das Wasser nicht noch erhitzt werden und die Garraumtemperatur ist schneller wieder stabil.

Um 09:00 Uhr habe ich dann den zweiten Fühler des Maverick in den Nacken gesteckt und gleich nochmal das Wasser aufgefüllt. Die Kerntemperatur lag jetzt bei knapp 75 Grad. Also alles im Lot. Wer jetzt gern das Fleisch Moppen möchte kann dies nach Beendigung der Plateauphase die meistens so bei ca. 75 Grad kommt machen. Ihr solltet dies aber nicht übertreiben. Alle 90 Min. moppen reicht aus. Jedes öffnen der Klappe heißt nämlich auch mehr Zeit. Schließlich entschwindet wieder Wärme die reingeholt werden muss. Also zusammenreißen. Ich moppe nicht.

Ihr könnt die Zeit aber auch sinnvoll nutzen und Anfangen euren Salat und eure Buns zu machen. Als Salatbeilage empfielt sich ein Weißkohlsalat oder eine Cole Slaw Variante. Ich habe diesmal einen Weißkohlsalat mit etwas Kümmel gemacht und habe diesen dann mit Dolliesaus verfeinert. Das Rezept dazu kommt noch gesondert.

Als Bun kommen natürlich die üblichen Verdächtigen von Jörn Fischer, BBQPit oder BigMeatLove in Frage. Wer es Klassisch mag macht noch eine essiglastige Sauce oder meinen Liebling die South Carolina Mustard Sauce. Ich werde heute mal die Pech Geile Böse Soß von meinem Freund von der Pech Likörmanufaktur dazu testen. Dies ist die Pech BBQ Pain da sie mit dem Pech Pain hergestellt wurde. Zur ihr dann aber am Ende mehr.

So dann ist ja auch schon Nachmittag. Nach einem kleinen Schläfchen nähern wir uns immer mehr dem Ziel. Denkt man😎 Angestrebt ist eine Kerntemperatur von ca. 90 Grad. Na und da Nachmittag ist und das PP bei etwa 80 Grad eine erneute Plateauphase bekommt kann man das Warten ja auch schon mit einem Bier verschönern. Bei mir kam sie diesmal gegen 13:30 Uhr und 81 Grad Kerntemperatur. Angehalten hat sie dann bis 16:30 Uhr 🙈

Das fast fertige Pulled Pork kurz vor der gewünschten Kerntemperatur

Und wir warten Weiter. 😂

Jedes Grad wird nun schon fast jubelnd zelebriert. Denn es geht nur schleppend weiter. Das ist die Zeit wo viele verzweifeln und aus Angst die Temperatur erhöhen. Tut euch den gefallen und macht es nicht. Ihr habt jetzt schon soviel Zeit reingesteckt. Versaut es euch nicht.

So. Bei mir ist es dann doch 19:45 Uhr geworden und als das Fleisch die gewünschte Kerntemperatur erreicht hat. Hätte mit etwas früher gerechnet und dies auch lieber gehabt, aber so ist das bei Pulled Pork eben. Es braucht solang wie es eben braucht.

Nun heißt es nochmal Ruhen. Dazu wird es in Butcherpapier oder was ihr zur Hand habt eingewickelt und in einer ThermoBox oder einer anderen Schale für mind. 30 Min. beiseite gelegt. Damit es nicht zu doll abkühlt, falls ihr es länger ruhen lassen wollt, könnt ihr 1-2 mit warmen Wasser gefüllte Flaschen mit reinlegen. Dadurch könnt ihr die Zeit eben noch etwas ziehen falls ihr vor dem Besuch fertig geworden seit. Oder ihr legt es so noch in den 50 Grad eingestellten Backofen. Lieber früher fertig als die Gäste warten lassen ist meist besser. Klappt aber seltener😂😂

Zum Pullen kommt es in einen GN-BEHÄLTER oder eine Schüssel. Hier wird es dann zerrupft. Ihr könnt dazu Gabeln oder die extra dafür vorgesehenen Krallen nutzen. Da ich es in einem GN Behälter zubereitet habe kommt nun noch etwas von der aufgegangen Flüssigkeit zurück an das Fleisch. Aber nicht soviel dass es matschig wird.

Dann auf das Brötchen etwas Sauce, Pulled Pork und euer Salat.

Ein Pulled Pork Burger ist immer wieder ein Highlight

Immer wieder eine Megasache.

Zur Pech BBQ Pain sei noch gesagt dass sie eine schöne Allroundwaffe ist. Sie hat einen schön würzigen Geschmack mit einer für mich angenehmen schärfe. Wer garnicht scharf mag sollte sich hier herantasten. In Kombination mit dem PP und dem Salat hat sie einen super Eindruck hinterlassen und wird definitiv noch bei der ein oder anderen Sache ihren Einsatz bekommen. Daher hier nochmal ein dickes Danke an den Michael.

Allen anderen kann ich nur empfehlen ohne Angst ans Pulled Pork bastlen ranzugehen und es auszuprobieren. Ihr werdet auf jedenfall dafür belohnt. Egal welchen Weg ihr geht oder welchen ihr für euch dann am besten erachtet.

Viel Spaß und viel Erfolg

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